Ehrenmal auf dem Schützenplatz der St. Hubertus-Schützenbruderschaft 1417 Brilon

15.06.2022 - Das sogenannte Kriegerdenkmal auf dem Schützenplatz der St. Hubertus-Schützenbruderschaft 1417 Brilon wurde am 26.September 1926 eingeweiht. Die Zeiten waren damals wie heute von den Zeichen des Krieges geprägt. So blickte der Kriegerverein mit den Versehrten und den Gefallen des 1. Weltkrieges auf den Zeitraum 1914 bis 1918 unter Schmerz zurück. Aber das Denkmal gedenkt auch der Gefallenen der Kriege 1864 (deutsch-dänischer Krieg), 1866 (dt. Bruderkrieg) und des dt. -französischen Krieges von 1870/71.
Allen Auseinandersetzungen ging territoriales Machtstreben voraus. Die Liste der Opfer wird von Mal zu Mal länger, die Zahl der Verwundeten und der zivilen Kriegsopfer ebenfalls.


Unter dem aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine muss die Frage erlaubt sein:

Was hat die Menschheit in den letzten 158 Jahren gelernt?
Müssen wir weitere Eintragungen am Ehrenmal mit dt. Soldatinnen und Soldaten vornehmen?
Nimmt der Wahnsinn um Territorium und Machtstreben jemals ein Ende?

Der Leitspruch am Denkmal, leider in den Köpfen wie am Denkmal zu stark verwittert, lautet:

„Ehre Ihrem Andenken“

Aus dieser inneren Sehnsucht nach Frieden ließ der Schützenkönig von 1967 / 1968, Herr Franz Becker, dessen Vater im 2. Weltkrieg sein Leben lassen musste in den 60 er Jahren das Kriegerdenkmal aufwendig sanieren. Die Stufen und Kupferabdeckungen wurden erneuert um das Denkmal zu erhalten. Die Stadt Brilon plant nun, auf Initiative von Franz Becker und aufgrund der dramatischen Geschehnisse in der Ukraine, mit Hilfe von Landesmitteln, eine erneute Sanierung.

Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums des Denkmals soll der Bereich neugestaltet werden, um das Bewusstsein in der heutigen Zeit wieder zu schärfen. Traditionell wird am Schützenfestmontag bzw.-Dienstag von der St. Hubertus-Bruderschaft 1417 Brilon der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht und am Ehrenmal ein Kranz niedergelegt. Die Zeremonie wird von vielen Schützenbrüdern und den Festmusiken würdig umrahmt. Um rege Beteiligung wird auch in diesem Jahr wieder gebeten.


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