St. Hubertus-Schützenbruderschaft


Königskette

Das Kleinod der Bruderschaft: Die Königskette

Das Insigne des amtierenden Schützenkönigs ist die Königskette der Bruderschaft, die in Brilon aus einem Kreuz aus vergoldetem Silber an einer doppelreihigen Kette besteht.

Das Kreuz ist hohl und kann aufgeklappt werden. Allem Anschein nach war es ursprünglich ein Reliquiar, d.h., es war zur Aufnahme von Reliquien bestimmt. Daraus läßt sich schließen, dass es aus kirchlichem oder klösterlichem Besitz stammt. Lange Zeit wurde seine Entstehung aufgrund der künstlerischen Gestaltung in die Mitte des 18. Jahrhunderts angesiedelt, wobei der Korpus, der für derartige Kreuze untypisch ist, nachträglich aufgebracht sein könnte. Sein Übergang in weltlichen Besitz wäre durch die 1803 beginnende Säkularisation von Klöstern zu erklären gewesen.

Bei den Recherchen zur Festschrift anlässlich des 575-jährigen Bestehens der Bruderschaft im Jahr 1992 fand der Autor und Heimatforscher Gerhard Brökel ein undatiertes Übergabeverzeichnis der Schützenschaffer Cordt Than, Heinrich Meschede, Heinrich Künnen und Heinrich Wichartz: "Dar zu lifern wir das Sülfen vergulden Kreutze (das silberne vergoldete Kreuz), dem Selbigen zu hangen, so den Vogell abschißet."

Aufgrund verschiedener Fakten (Steuerlisten, Wohnsitzverlegungen und Wahlordnung) gelang Gerhard Brökel der Nachweis, dass die genannten Schaffer ihr vierjähriges Amt nur vor 1682 ausgeübt haben können, wobei die Namen der 1678-1682 Gewählten bekannt sind. Für 1679 ist ein Befehl des Bürgermeisters überliefert, mit dem die namentlich nicht genannten abgetretenen Schaffer aufgefordert wurden, Urkunden und Besitz der Bruderschaft an ihre Nachfolger zu übergeben. Das Übergabeverzeichnis könnte in Zusammenhang mit dieser Anordnung stehen und aus dem gleichen Jahr stammen. Keinesfalls kann es aufgrund der vorher erwähnten Umstände aus späterer Zeit stammen.

Somit können wir sicher sein, dass schon vor über 300 Jahren diese Kostbarkeit als Königskette in Brilon verwendet wird.

Eine alte Erzählung, die erstmals Christoph Becker (1816-1873) zu Papier brachte, berichtet vom Schauiperkauwes. Dieser weigerte sich, die Schafe aus dem Zilienborn zu tränken, weil sich darin eine Schlange befände. Als sich der Knecht der Anordnung des Schäfers widersetzte, die Schlange zu entfernen, beförderte dieser sie mit seinem Schäferhaken aus dem Wasser, wobei sich die vermeintliche Schlange als die verlorengegangene oder gestohlene Kette des Schützenkönigs erwies. Wer weiß - nach den neueren Erkenntnissen könnte in dieser Sage durchaus ein Kern von Wahrheit stecken.

Die eigentliche Herkunft der Kette bleibt im Dunkeln. Vielleicht ist sie im Dreißigjährigen Krieg geraubt worden und anschließend in den Besitz der Schützen gelangt. Oft ist es so, dass je mehr man weiß, umso mehr neue Fragen auftauchen. So ist es gut, dass die Königskette nicht all ihre Geheimnisse preisgibt. Die Briloner Schützenkönige wissen dies zu würdigen und tragen sie mit Stolz.


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