St. Hubertus-Schützenbruderschaft


Statuten vom 02. Febuar 1417

Die ersten Statuten der Briloner Schützen vom 2. Februar 1417 im ursprünglichen, mittelalterlichen Wortlaut (Übersetzung siehe unten):

"In den Namen unses Heren also hebbe wy erkoren in unser geselschoph der schutten myt guden wyllen ind eindrechtlyken tho haldende: Wert dat yemanth worde effte wolde in unse geselschuph,dat eyn bederve man effte knecht were, dey solde geven eyn halff punth wasses tho unsem lechte ind eynen kroes beers van 8 pennyngen den gesellen tho vordrynkende. Och wert dat unser gesellen eyn storve effte syn elike huesfrowe, dem sollen dey gesellen alle volgen tho der kercken ind tho dem grave, des emme dat gekundychet sy van unseme knechte, wert dat we des nycht endede, de solde geven eyn halven wytpenninck, ind solde eme des nicht laten, tho unseme lechte. Och weert dat unser gesellen wat entwe spreckende worde in kyvende worden ind wan unse sceffere en dat vorbeyden in des nycht hoersam wolden syn ind dat laten, dey solde geven den gesellen eynen kroes beers van achte pennygen ind solde deme och des nycht laten. Och hebbe wy erkoren, wert dat wy uythe weren van unser stades weghen effte van unser egenen weghen ind wat wunnen, dat were an reyseger have effte huesmans have, dat sollen wy ind wylt unsem leychte buthe van geven gelyck unser eyme. Och have wy gekoren, wert dat uns wat andrepe effte tho hope syn solden effte wolden, weme wy dan beyden laten ind unsen knecht naesentten ind dar nycht komen wolde, ind wy wes tho rade worden ind myt uns des nycht doen enwolde wat uns alle gudt duchte, dey solde geven den gesellen eynen kroes beers van 8 pennygen ind solde emme des nycht lathen ind solde unse geselschuph darmedde verbrocken haven. Ind havet alle articule ind punthe gelovet, stede ind vaest tho haldende sunder argelyst. Datum anno Domini 1417 in die purificationis beate Marie virginis."

Übersetzung
Die ersten Statuten der Briloner Schützen vom 2. Februar 1417 übertragen in die heutige hochdeutsche Sprache. Der Satzaufbau wurde nach Möglichkeit der ursprünglichen Fassung entsprechend beibehalten. Zum besseren Verständnis sind jedoch einige Stellen frei formuliert:

"Im Namen unseres Herren haben wir also in unserer Gesellschaft der Schützen erkoren (beschlossen), mit gutem Willen und einträchtig zu halten: Wäre es, dass jemand in unserer Gesellschaft Mitglied geworden oder werden wollte, er möge ein beerbter Mann oder Knecht sein, der soll geben ein halbes Pfund Wachs zu unserem Licht (in der Kirche) und den Gesellen (den Schützenbrüdern) einen Krug Bier (im Wert) von 8 Pfennigen. Wäre es auch, dass einer unserer Gesellen oder seine eheliche Hausfrau gestorben wäre, denen sollen alle Gesellen zu der Kirche und zum Grabe folgen, nachdem es ihnen von unserem Knechte angekündigt worden ist, und wenn das einer nicht tut, der soll geben einen halben Weißpfennig, und das soll ihm nicht erlassen werden, zu unserem Lichte. Auch wäre es, dass unsere Gesellen sich mit Worten streiten und sich keifend benehmen und wenn unsere Schaffer ihnen das verbieten und sie nicht gehorsam sein wollen und das nicht sein lassen, die sollen geben des Gesellen einen Krug Bier zu acht Pfennigen, und soll denen auch das nicht erlassen werden. Auch haben wir beschlossen: Wäre es, dass wir außerhalb wären wegen unserer Stadt oder unsertwegen und dabei etwas gewännen (erbeuteten), es sei die Habe eines Reisigen (bewaffneter Reiter) oder eines Hausmanns, dann soll unserem Lichte von der Beute gegeben werden gleich unser einem. Auch haben wir beschlossen: Wäre es, dass uns etwas angetragen wird und wir zusammenkommen wollen oder sollen, und wen wir dann laden lassen und ihm unseren Knecht nachsenden und wenn dieser (Geladene) nicht kommen und unsere Ratschlüsse und das, was uns allen gut dünkt, nicht befolgen wollte, der soll geben den Gesellen einen Krug Bier zu 8 Pfenningen, und es soll ihm nicht erlassen werden, und es soll ihn unsere Gesellschaft damit gebrüchtet (gestraft) haben. Und wir haben gelobt (versprochen), alle Artikel und Punkte stets und fest zu halten ohne Arglist. Gegeben im Jahr des Herrn 1417 am Tage der Reinigung der seligen Jungfrau Maria."


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